Nicht nur in deutschen Tech-Zeitungen ist Steampunk angekommen, auch in der neuesten Staffel der bekannten Web-Serie “The Guild” taucht Steampunk als Nebenquest auf – genauer gesagt ab Staffel 5, Episode 4.
Wie nahezu alles, so werden auch die Steampunks dort auf liebenswürdige Weise durch den Kakao gezogen. Wer daher auch mal über sich selber lachen kann sollte sich das ganze unbedingt ansehen – zumal unter www.watchtheguild.com alle Episoden kostenlos angeschaut werden können.
“The Guild” ist eine Web-Serie von und mit Felicia Day, in der das Leben einer Online-Rollenspiel-Gilde dargestellt wird. Sie läuft seit 2007 und wurde 2009 mit den Streamy Award ausgezeichnet. Insbesondere in den letzten Folgen häufen sich die Cameo-Auftritte bekannter Schauspieler, was für den Erfolg dieser Serie spricht.
Ein absolutes Muss für WoW-Spieler und andere Nerds!
Die kommende Ausgabe 4/11 des Magazins “c’t Digitale Fotografie” hat als Titelthema “Bilder im Retro-Stil – So fotografieren Sie Steampunk”. Das Heft kostet 8,90 Euro und erscheint nächste Woche.
Hier gibt es noch eine kurze Übersicht über den Heftinhalt: c’t Digitale Fotografie 4/11
Vom 1. bis 5. Juni findet im Deutschen Theater München die Deutschlandpremiere von “Cirque Mechanics: Birdhouse Factory” statt. Dabei handelt es sich um eine Zirkusvorführung mit sehr deutlichen Steampunk-Anleihen. Eine umfassende Beschreibung findet Ihr auf der Homepage des Deutschen Theaters.
Nach längerer Kino-Abstinenz war ich gestern Abend in “Sucker Punch”. Für die ganz eiligen Leser: Als Steampunker habe ich mich sehr gut unterhalten, meinen Nicht-Steampunk-Begleitern (3 Männer, eine Frau) hat es nur mäßig bis gar nicht gefallen.
The bloody details:
In Sucker Punch wird die Geschichte der 20-jährigen “Baby Doll” erzählt, die nach dem Tod ihrer Mutter durch widrige Umstände von Ihrem brutalen Stiefvater in eine Irrenanstalt eingeliefert wird, um so an ihr Erbe zu gelangen. Da ihr Stiefvater zusätzlich noch den widerwärtig-schmierigen Anstaltswärter “Blue Jones” bestochen hat, droht Baby Doll in wenigen Tagen eine Lobotomie, die sie in einen antriebslosen Zombie verwandeln würde. Es ist schnell klar: Sie muss hier ausbrechen!
Für ihren Ausbruchsplan benötigt sie vier Gegenstände von diversen Angestellten der Anstalt: Eine Karte der Anstalt, ein Feuerzeug, ein Messer und den Generalschlüssel. Alleine würde sie das nie schaffen, doch es gelingt ihr, andere Mädchen/Insassen zur Mithilfe zu überreden.
In Sucker Punch gibt es – ähnlich wie bei Inception – mehrere Realitäts- oder Traumebenen. Denn angesichts ihrer schier ausweglosen Situation und Hilflosigkeit flüchtet sich Baby Doll in verschiedene Traumwelten. Da ist zunächst die “Theaterebene”, in der alle Personen der Anstalt diverse Figuren spielen. So sind die Mädchen dort mehr oder weniger unfreiwillige Tänzerinnen/Prostituierte in einem Theater, das von Blue Jones geleitet wird. In dieser Ebene lenkt sie die Theaterangestellten durch “Tanzen” ab, so dass ihre Mitstreiterinnen die benötigten Gegenstände entwenden können. Für den Zuschauer werden diese Tänze immer durch das Eintauchen in weitere, verrückte Traumwelten dargestellt, die jeweils ein völlig anderes, surrealistisches Setting beschreiben und so gut wie nichts miteinander zu tun haben.
Eine dieser Traumwelten – und jetzt wird es für Steampunker interessant (!) – ist eine schräge Version des ersten Weltkrieges, in der die Mädchen bis an die Zähne bewaffnet in bester Rambo-Manier durch ein zerbombtes, graues Niemandsland ziehen und sich gegen Uhrwerk- und Dampf-betriebene deutsche Zombiesoldaten zur Wehr setzen müssen. Habe ich schon die Luftschlacht mit den zahllosen Doppeldeckern und gigantischen, brennenden Zeppelinen erwähnt?
Sucker Punch ist ein sehr rasanter Popcorn-Actionfilm mit erstklassigen visuellen Effekten, tollen Kameraeinstellungen, hübschen jungen Frauen, einem guten Soundtrack (darunter ein paar ältere Stücke von Björk) und recht gut choreographierten Kämpfen im Manga-Stil. Als Steampunker schätze ich natürlich phantastische Filme bei denen sich die Concept Artists und Production Designer so richtig austoben dürfen. Es gibt eine Vielzahl von Bullet-Time-Actionsequenzen, Schwertkämpfen, Rumgeballere und Explosionen in denen ganze Heerscharen von Monstern und anderen Gegnern ihr geträumtes Leben aushauchen, wobei der Film als solcher erstaunlich unblutig ist. Man sieht nur in der Vorgeschichte und kurz vor Ende etwas Blut. Sehr steampunkig: Bei den untoten Dampfuhrwerkzombienazis kommen Dampfstrahlen aus den Einschusslöchern!
Natürlich ist Sucker Punch kein Film mit großartigem Tiefgang, Shakespeare-Qualitäten, einem modernen Frauenbild, einem nennenswerten Story- und Spannungsbogen sowie einem ausgefeilten Zusammenhang. Man muss sich den Film eher wie ein 90-minütiges Musikvideo mit deutlichem Slowmotion-Anteil vorstellen, weniger wie einen Spielfilm. Auf die durchschnittliche deutsche Frau (TM) dürfte der Film eher abschreckend wirken, nerdigere Frauen könnten ihm aber etwas abgewinnen.
Die englische Originalversion ist gut verständlich und sehr zu empfehlen. Auch Zuschauer mit schlechteren Englischkenntnissen dürften kaum Probleme haben.
Der Cast ist ganz ordentlich und stimmig besetzt. Baby Doll wird recht passabel von Emily Browning gespielt, die dem ein oder anderen vielleicht noch als älteste Baudelaire-Waise aus “Lemony Snicket – Rätselhafte Ereignisse ” (2004) bekannt sein könnte. Hier sei am Rande erwähnt, dass Lemony Snicket ein sehr sehenswerter Kinder-/Jugendfilm ist, den sich durchaus auch Erwachsene mit einem offenen Geist ansehen können.
Fazit:
Wer einen opulenten Augenschmaus in wahnwitzigen Phantasiewelten ohne ausgefeilte Handlung aber mit viel Action verkraften kann, dürften durchaus Spaß an dem Film haben. Alle anderen sollten es sich lieber zweimal überlegen.
Es tut sich wieder etwas im Dr. Grordborts-Universum! Die Leute von Weta Workshop haben einen neuen und leider viel zu kurzen Trailer über den destruktiven Demolition-Doktor veröffentlicht. Allerdings wird die Kürze diesmal von der Qualität aufgewogen, denn diesmal sieht es nach Rendering oder einer Game-Engine aus, nicht mehr nach animierten Zeichnungen:
Wer mit Dr. Grordborts nichts anfangen kann sollte schleuningst meine älteren Artikel zu ihm durchlesen: